Ev. Kirche Neunkirchen im Westerwald im Sonnenschein mit EKHN-Fahne NBR Hoher Westerwald

Unsere Kirchen

in Neunkirchen und Hüblingen

Neun-kirchen hat zwei davon!

Geht es ihnen auch immer so, dass man bei der Wahrnehmung des Ortsnamens „Neunkirchen“, von denen es in Deutschland zehn gibt, nach neun Kirchen sucht und sie nicht findet und darüber grübelt, ob es sie denn an diesem Ort mal gegeben hat?

Auch unsere Ortsgemeinde hat nur eine Kirche, die Johanneskirche und unsere Kirchengemeinde in Hüblingen eine zweite, die Matthäuskapelle. Der Name lässt sich wohl aus dem altdeutschen „Nukirke“, was allgemein als „Neue Kirche“ übersetzt werden kann, ableiten.

Wie alt ist Neunkirchen und welche Entwicklung hat die Gemeinde genommen?

Der Ort wird urkundlich erstmals 1232 in einer Schenkung der Mainzer Erzbischofs an das Stift Limburg genannt. Im Bereich der Gemarkung sind zumindest vier Wüstungsplätze zu suchen, wobei Brechelbach schon 1059 genannt wird und als Muttersiedlung des heutigen Ortes anzusehen ist. Nach den Grafen von Diez waren zunächst die Herren von Merenberg Besitzer des Ortes. Von diesen ging er 1328 an Nassau-Weilburg über.
1772 kam Neunkirchen zu Nassau-Oranien und im Herzogtum Nassau war der Ort dem Amt Rennerod zugehörig. Schon um 1600 ist von einer Kirchspielschule die Rede.

Das Ortswappen beruht auf dem alten Gerichtsiegel, das zwischen 1640 und 1655 verwendet wurde und die Umschrift "NAZAW CATSENELBOGEN GERICHTSSIGEL ZV NEINKIRCHEN" trägt. Das Siegel zeigt in der Mitte das abgeschlagene Haupt Johannes des Täufers – ein eher brutal wirkendes Ortswappen.
Gleichzeitig stellt es die Verbindung der Ortsgemeinde mit der Johanneskirche in der Mitte des Ortes dar.

Die Kirchengemeinde Neunkirchen ist ein ungewöhnliches Konstrukt. Zu ihr gehören insgesamt 11 Filialorte, von denen Neunkirchen einer ist. Die Filialorte Mittelhofen, Elsoff, Oberrod, Westernohe, Hüblingen, Irmtraut liegen dabei in Rheinland-Pfalz, während Hausen, Fussingen, Waldernbach und Rückershausen zu Hessen gehören.

Mit knapp 400 Gemeindegliedern führt Waldernbach die Liste der Gemeindeglieder an, am Ende der Skala rangiert Mittelhofen mit etwas über 60, Neunkirchen selbst hat 275 Gemeindeglieder. In Summe ist Neunkirchen mit etwas über 1.800 Gemeindegliedern, die größte Gemeinde im zukünftigen Nachbarschaftsraum. 

Werfen sie einen Blick auf unsere Kirchen. 

Die Johanneskirche

Die Johanneskirche ist eine protestantische Quersaalkirche, die ihre heutige Bauform im 18. Jahrhundert bekommen hat. Die Ursprünge des Baukörpers gehen in das 12. Jahrhundert zurück, wovon heute noch der Turm mit romanischen Schallöffnungen und der Chor im Osten der Kirche zeugen. 
Im Jahr 2010 begann die Kirchengemeinde mit umfangreichen Renovierungsarbeiten im Kircheninneren. Dabei wurden alle Fenster ausgetauscht. Die sich anschließende Ausmalung des Kircheninneren, greift historisierend die neo-barocke Ausmalung von 1909/12 auf und hinterlässt auf Besucher immer wieder einen staunenden Eindruck.

Die Döring/Gottwald-Orgel wurde der Kirchengemeinde in 2012 in unfertigem Zustand vererbt und von Orgelbaumeister Gottwald fertiggestellt. Die neue Orgel besitzt 957 klingende und 4 nicht klingende Pfeifen. Die 16 Register sind auf zwei Manuale im Hauptgehäuse und auf das frei dahinterstehende Pedal verteilt. Ungewöhnlich ist die Anzahl der verwendeten Hölzer, die die Orgelbauer für das Gehäuse und den Prospekt verwendet haben. Unter den 20 festgestellten Holzarten sind u.a. Mahagoni, Birnbaum, Pappel und Ramin zu nennen.

Die Johanneskirche, zusammen mit dem auf dem gleichen Grundstück liegenden Pfarrhaus und dem Gemeindehaus haben im Denkmalregister der Landes Rheinland-Pfalz einen Ensembleschutz.
 

Die Matthäuskapelle

Die im romanischen Stil gehaltene Matthäuskapelle in Hüblingen datiert in das späte 14. Jahrhundert. Als Marienkapelle von wenigen Hüblinger Bürgern erbaut, hat sie die Zeiten bis heute überdauert. Einen besonderen Schatz stellen die Wandgemälde im Chor dar, die wohl in der Mitte des 15. Jahrhunderts geschaffen wurden. In einer aufwendigen Restaurierung wurden diese in 2014 erneuert.
„Um sie der Nachwelt zu erhalten“ hat die Kirchengemeinde, mit finanzieller Unterstützung der Landeskirche, in 2024 eine notwendige Dachsanierung vorgenommen und die Außenfassade erneuert. Die abschließende Ausmalung des Kapellenschiffes ist in der Diskussion.
Die Matthäuskapelle ist eine der wenigen mittelalterlichen Kirchen im Dekanat Westerwald. Sie genießt absoluten Denkmalschutz.