Kirchentür St. Briccius Magdeburg-Cracau © Annelie Hollmann / fundus.media

Über uns

Der Nachbarschaftsraum “Hoher Westerwald”

Liebe Gemeindemitglieder in den Kirchengemeinden des Nachbarschaftsraums „Hoher Westerwald“,
natürlich haben Sie schon viel gehört von ekhn2030, der Bildung von den Nachbarschaftsräumen und dass die Pfarrerinnen und Pfarrer, sowie diejenigen, die in der Gemeindepädagogik und der Kirchenmusik tätig sind zukünftig als Team arbeiten sollen. Und sicherlich macht sich der ein oder andere von Ihnen auch Gedanken, was heißen die ganzen Änderungen durch ekhn2030 denn nun eigentlich konkret für die Kirchengemeinden in unserem Nachbarschaftsraum? Lassen Sie mich dies an den einzelnen Punkten verdeutlichen:

Verkündigungsteam

Bisher gab es in den sechs Kirchengemeinden sechs Pfarrstellen, sowie bis zum Ruhestand von Ralf Priebe eine anteilig finanzierte Gemeindepädagogenstelle in der Kirchengemeinde Rennerod. Zu dieser Ruhestandsversetzung kamen dann noch der Ruhestand von Pfarrer Eckhard Schmitt, sowie der Stellenwechsel von Pfarrer Axel Elsenbast. In den vergangenen Jahren musste der Nachbarschaftsraum schon mit drei Pfarrerinnen auf 2,5-Stellen und einem Pfarrer auskommen. Somit mussten 3,5-Stellen, die Vertretungszeit des stellvertretenden Dekans nicht mitgerechnet, in den vergangenen Jahren irgendwie die Arbeit von vorher 5 Stellen erledigen. Keine leichte Aufgabe, die ohne den großen Einsatz von Ehrenamtlichen auch gar nicht zu leisten gewesen wäre. Zukünftig wird es im Verkündigungsteam nun 4,0-Pfarrstellen (besetzt mit 3 Pfarrerinnen und 2 Pfarrern), sowie eine 1,0-Gemeindepädagogenstelle (bereits ausgeschrieben) geben. Mit ein bisschen Glück können wir die Gemeindepädagogenstelle in Kürze besetzen und hätten dann wieder 5,0-Stellen hauptamtlich besetzt. Darüber hinaus stehen uns auch nach wie vor unsere Ruhestandsgeistlichen, sowie die Lektoren und Prädikanten zur Verfügung. Von der Perspektive des Verkündigungsteams her lässt sich also schon mal ganz klar sagen, dass sich die Situation im Vergleich zu den letzten Jahren verbessert. 

Verkündigungsteam

Verwaltungskooperation – Gemeinsames Gemeindebüro

Die Zeiten und die Abläufe der Verwaltung haben sich in den letzten Jahren rasant verändert. Während früher in den Gemeindebüros noch Karteikarten und gedruckte Akten geführt worden sind, läuft der heutige Büroalltag überwiegend digital. Die Kirchenbücher liegen digital auf sicheren Servern in Kassel, der Schriftverkehr findet überwiegend per elektronischer Kommunikation statt. Ebenso ist deutlich zu spüren, dass die heutige Gesellschaft mehr auf digitale Erreichbarkeit setzt, als „einfach mal im Gemeindebüro vorbei zu gehen“, wie es früher üblich war. Aufgrund der Möglichkeit die sich durch die digitalen Strukturen bieten, bietet sich die Chance Kräfte zu bündeln und eine wesentliche größere Erreichbarkeit des Gemeindebüros schaffen. Jede Sekretärin hat die Möglichkeit für jede der Kirchengemeinde Patenscheine auszustellen, oder Terminanfragen entgegenzunehmen und das an fünf Tagen die Woche. Dafür wird man sich daran gewöhnen müssen, dass es eben nur noch ein Gemeindebüro geben wird.

Gemeindebüros

Gebäude

Bezüglich der Gebäude gibt es natürlich einige Bedenken. Leider ist es nicht von der Hand zu weisen, dass einige unserer Gebäude deutliche Renovierungsstaus aufweisen. Ebenso stellt sich die Frage, ob die Auslastung der Gebäude überhaupt groß genug ist, damit sich das ein oder andere Gebäude lohnt. Hier liegt im Nachbarschaftsraum mitunter die größte Herausforderung. Im Herbst des vergangenen Jahres fand eine Bereisung statt bei der alle Gebäude im Nachbarschaftraum durch Vertreter aller Kirchengemeinden des Nachbarschaftsraumes, gemeinsam mit Vertretern von Dekanat und dem GBEP-Team (Gebäudebedarf und Entwicklungsplan) besichtigt worden sind. Hierbei wurde sich ein Überblick geschaffen über Zustand und Nutzung der einzelnen Gebäude. Aus dieser Erhebung heraus hat die Bauabteilung der Landeskirche nun drei Varianten entwickelt, wie die Gebäude zukünftig genutzt und erhalten werden. Innerhalb der nächsten Monate wird es nun Aufgabe der Kirchenvorstände sein, sich auf eine gemeinsame Variante zu verständigen, die der Dekanatssynode zugeleitet wird. Ziel davon wird es sein festzulegen wo das zukünftige Gemeindebüro sein wird und welche Gebäude gemeinsam renoviert werden. Natürlich werden dabei auch Gebäude in die Kategorie „C“ fallen, was bedeutet, dass es für ihren Unterhalt zukünftig keine Mittel mehr von der Gesamtkirche geben wird. Dies bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die entsprechenden Gebäude sofort veräußert werden müssen. Es wäre durchaus lohnenswert darüber nachzudenken, ob nicht noch eine andere Variante des Unterhalts zu finden ist. Einige Kirchengemeinden in der EKHN sind da schon sehr kreativ geworden. Wichtig ist an dieser Stelle nochmal zu betonen, dass es zwar notwendig ist sich finanziell auf weniger Gebäude zu beschränken, die dafür aber auch in einen guten Zustand versetzt oder sogar neu gebaut werden können. Die Entscheidung darüber, welche dies sein werden,  wird nicht von außen kommen, sondern wird im Nachbarschaftsraum getroffen und an die Dekanatssynode zum Beschluss weitergeleitet.

Die Gesamtkirchengemeinde – Der Kirchenvorstand

Die sechs Kirchengemeinden im Nachbarschaftsraum werden  zum 1. Januar 2027 eine sogenannte Gesamtkirchengemeinde bilden. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung und Aufgaben des Kirchenvorstandes. Der zukünftige Gesamtkirchenvorstand wird sich in seiner Arbeitsweise sehr deutlich von den bisherigen Kirchenvorständen unterscheiden. Waren die Kirchenvorstände bisher zwar einerseits Verwaltungsgremium der Kirchengemeinde, waren sie andererseits auch ein Abbild des Mitarbeiterkreises der Gemeinde mit einer starken Anbindung an das alltägliche Leben in der Kirchengemeinde vor Ort. Der zukünftige Gesamtkirchenvorstand, der für den gesamten Bereich der bisherigen sechs Kirchengemeinden zuständig ist, wird diese zweite Aufgabe nicht mehr leisten können, sondern tatsächlich ein reines Verwaltungsgremium sein. Dieser verwaltende Gesamtkirchenvorstand wird also zukünftig für die finanziellen, personellen und baulichen Entscheidungen der Gesamtkirchengemeinde zuständig sein. Nun stellt sich die Frage, ob es sich die Kirche leisten kann auf die bisherige Nähe der Kirchenvorstände zu den Menschen in der Gemeinde zu verzichten? – Nein, auf gar keinen Fall! Diese Aufgabe der direkten Verknüpfung mit den Menschen vor Ort, die Koordination der einzelnen Angebote und der Informationsaustausch auf kurzem Wege sind unverzichtbar und müssen unbedingt erhalten bleiben. Um dies zu ermöglichen ist es unausweichlich Ortsausschüsse einzuführen, welche diese wichtige Aufgabe übernehmen und die Kommunikation zwischen den Gemeindemitgliedern und dem Gesamtkirchenvorstand sicherstellen. In den vergangenen Jahren ist es immer schwieriger geworden Ehrenamtliche für sechs Jahre am Stück zu gewinnen. Zwar wird es auch nach wie vor eine Herausforderung sein, diese für den neuen Gesamtkirchenvorstand zu finden, allerdings ist die benötigte Zahl deutlich geringer, als bisher, wodurch ich sehr zuversichtlich bin, dass dies gelingen wird. Bei den Ortsausschüssen werden wir eine wesentlich größere Flexibilität haben, sodass hier auch kürzeres, oder punktuelles Engagement möglich sein wird. Übrigens: Welche Aufgaben und Kompetenzen die Ortsausschüsse zukünftig haben werden, legen die heutigen Kirchenvorstände selbst fest.

Kirchenvorstand

Fazit

Es kommen einige Veränderungen auf uns zu, aber der überwiegende Teil ist positiv. Auch wenn es die ein oder anderen Einschnitte geben wird, so kann es doch gelingen, evangelisches Leben im Hohen Westerwald nicht nur aufrecht zu halten, sondern in neuen Formen, mit neuen Ideen auszugestalten. Der Nachbarschaftsraum Hoher Westerwald – das sind wir und das, was wir als evangelische Christen daraus machen. Im weiteren Prozess von ekhn2030 bieten sich dabei zahlreiche Gelegenheiten den Prozess aktiv mitzugestalten, wozu ich Sie herzlich einladen möchte. Sei es durch den Besuch und Ihr Feedback in den Gemeindeversammlungen, oder in anderer Weise.
In den vergangenen Monaten wurden in der Steuerungsgruppe, durch den unermüdlichen Einsatz der Beteiligten, große Fortschritte gemacht, um die evangelische Kirche im Hohen Westerwald bereit zu machen für die Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich gegenwärtig und zukünftig stellen.